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„Klinger Runde“ fordert ein Ende der energiepolitischen Verunsicherung

Der Energiekonzern Vattenfall hat in einer Pressemitteilung gestern Abend angekündigt, bis auf Weiteres alle Umsiedlungs-Aktivitäten
im Zusammenhang mit dem geplanten Braunkohletagebau Nochten 2 zu stoppen.
Begründet wurde die Entscheidung mit „unsicheren energiepolitischen Rahmenbedingungen für den Braunkohlenbergbauund die Stromerzeugung aus Braunkohle in Deutschland“.

Dazu ein Kommentar von Thomas Burchardt, Sprecher der „Klinger Runde“.


Die Bürgerinitiative „Bürger für die Lausitz – Klinger Runde“ fordert in Anbetracht der gegenwärtigen Situation
von der Landespolitik ein Ende der entstandenen energiepolitischen Verunsicherung in der Lausitz.
Mit dem Stopp der Umsiedlungsverhandlungen von Vattenfall für bestehende Tagebaupläne ist für alle Seiten
ein Ausnahmezustand entstanden, da bisherige Pläne, Verträge und Vereinbarungen in Frage stehen. Dies auf dem
Rücken der Betroffenen auszutragen ist ein hohes Maß an Politikversagen. „Wenn durch die Tagebaupläne der Landesregierung
die eigenen und bundesdeutschen Klimaziele bewusst verfehlt werden, kann man nicht andere für die Konsequenzen
verantwortlich machen. Das eigene Versagen durch die Gewerkschaften kitten zu lassen ist nicht deren Aufgabe“
sagt Thomas Burchardt, der Sprecher der „Klinger Runde“. Sowohl die von Tagebauplanungen Betroffenen als auch
die Beschäftigten in der Kohle- und Energieindustrie benötigen für sich zukunftssichere sozioökonomische Perspektiven.

Hintergrund:
Diese Forderung werden viele Lausitze bei einer Menschenkette vor dem Kanzleramt gegenüber der Bundespolitik stellen.
Am 1.Juli möchte der Wirtschaftsminister die Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele der Bunderegierung vorstellen.
Diese haben unmittelbare Folgen für die Energiewirtschaft in der Lausitz.

jaenschwalde

Foto: Kraftwerk Jänschwalde

Pressemitteilung "Klinger Runde" 25.Juni 2015

"Klinger Runde" bereitet Klimacamp in Groß Gastrose vor

Am 28.Juni um 19:00 ist das nächste Treffen der „Klinger Runde“. Neben der Diskussion zu den Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung,
geht es an diesem Abend insbesondere um die Vorbereitung des deutsch-polnischen Klimacamps. In Groß Gastrose bei Guben treffen
sich vom 5. bis 9. August Klimaschützer*innen und Tagebaugegner aus der Lausitz, Berlin, Polen und dem ganzen Bundesgebiet.
„Insbesondere nach der erfolgreichen Menschenkette im letzten Jahr möchten wir auch dieses Jahr wieder zusammen mit den
polnischen Betroffenen unseren Protest gegen die Tagebaupläne in der Lausitz zum Ausdruck bringen“ so Thomas Burchardt, der Sprecher der „Klinger Runde.
Die Treffen der „Klinger Runde“ sind öffentlich und jeder Interessierte dazu herzlich eingeladen.


Treffen „Klinger Runde“  am 28.Juni 2015
19:00 Uhr Gemeindezentrum Schafstall
Gosdaer Dorfstraße 19
03149 Wiesengrund

Bild: Regenbogen an der Neiße bei Groß Gastrose

DEu pol Brcke II

PM: "Klinger Runde" 15.Mai

PM  Nächste „Klinger Runde" am 17.Mai 2015


Am 17.Mai um 19:00 ist das nächste Treffen der „Klinger Runde“.
Die wichtigsten Themen diesem Abend sind die Auswertung der Fahrt zur Menschenkette ins Rheinland und die
Planung und Organisation der kommenden Veranstaltungen und Aktionen.
Die Treffen der „Klinger Runde“ sind öffentlich und jeder Interessierte dazu herzlich eingeladen.


Treffen „Klinger Runde“  am 17.Mai 2015
19:00 Uhr Gemeindezentrum Schafstall
Gosdaer Dorfstraße 19
03149 Wiesengrund

Thomas Burchardt vor Tagebau im Rheinland

Thomas Burchardt vor dem Tagebau Garzweiler II

PM "Klinger Runde" Fahrt zur Menschenkette im Rheinland

Lausitzer Initiativen und Kommunale Vertreter bei der Anti-Kohle-Kette im Rheinland: „Bis hierhin und nicht weiter gilt auch für die Lausitz“


Über 6.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland, aus Polen, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Norwegen und weiteren Ländern haben am Sonnabend im rheinischen Kohlerevier mit einer 7,5 Kilometer langen Menschenkette für einen schrittweisen Kohleausstieg und konsequenten Klimaschutz demonstriert. Auch viele Menschen aus der Lausitz beteiligten sich an der Protestaktion.  Auf Initiative der „Klinger Runde“  wurde ein Reisebus gechartert, der die Brandenburger ins Rheinland brachte. An der Fahrt nahmen neben der „Klinger Runde“ auch Vertreter von vielen Lausitzer Initiativen, wie der Allianz für Welzow, der Beeskower Initiative CO2-Endlager stoppen, attac Cottbus oder dem Netzwerk der Bergbaugeschädigten in der Lausitz, teil.
Insbesondere für die von Tagebauplänen Betroffenen,  war diese Fahrt ins rheinische Kohlerevier Rheinland auch persönlich sehr wichtig. Der Anblick der zu Abbaggerung leerstehenden Siedlungen und die Gespräche mit den Betroffenen hinterließen bei der Lausitzer Gruppe  einen verstörenden Eindruck. „Wir können mitfühlen, wie es den Betroffenen im rheinischen Revier geht“, so  Roland Lehmann, Ortsvorsteher von Kerkwitz. Sein Ortsteil soll nach den gegenwärtigen Planungen schon ab 2020 leer gezogen und 2030 abgebaggert zu werden.
Die Umsetzung der Tagbaupläne hätte für viele weitere Kommunen existenzielle Einschränkungen ihres Lebensumfeldes zur Folge. „Es war für mich eine Selbstverständlichkeit, diese Menschenkette im Rheinland mit meiner Teilnahme zu unterstützen“  ergänzte Wilfried Buder. Er ist Ortsvorsteher der vom Tagebauplan Jänschwalde-Nord ausgewiesenen Randkommune Groß Gastrose und Mitorganisator der Internationalen Deutsch-Polnischen Menschenkette 2014 in der Lausitz. „Nur wenn es durch einen Strukturwandel einen geregelten Braunkohleausstieg gibt, hat die Lausitz und hat Taubendorf eine reale Lebensperspektive“ so Jürgen Handreck, Ortsvorsteher von Taubendorf. Die Perspektive, eine von einem Tagebau umgebenden Kommune zu werden, möchte er mit seiner Teilnahme an der Menschenkette verhindern.
Die Hauptbotschaft am Tagebau Garzweiler an diesem Tag lautete „Bis hierhin und nicht weiter“. Das gilt auch für die Lausitz. Neue Tagebaue wie Welzow II, Nochten II oder Jänschwalde-Nord werden in der Energiewirtschaft von heute einfach nicht mehr gebraucht. Die Lausitzer Initiativen sprechen sich daher für ein mittelfristiges Auslaufen der Braunkohle aus: „Wenn die genehmigten Gruben ausgekohlt sind, muss Schluss sein“, so der Sprecher der „Klinger Runde“. Der Protest der Lausitzer Teilnehmer richtete sich deshalb insbesondere gegen die Brandenburger Energiepolitik unter dem Wirtschaftsminister Gerber. „Er verhindert aktiv einen Strukturwandel in der Lausitz. Als Wirtschaftsminister unterstützt er die Forderung alle Papiere vom Tisch zu nehmen, die eine zukünftige Regulierung der Braunkohleverstromung zur Folge haben würde. Damit zeigt sich auch erneut, dass die Tagbaupläne in Brandenburg nicht ergebnisoffen geführt wurden und werden.“ so der Sprecher der „Klinger Runde“ Thomas Burchardt.

Bild: Teil der Menschenkette